Dreieckiges Straßenschild mit roter Umrandung. In der Mitte Mädchen und Junge oder junge Frau und junger Mann, die nach rechts, rennen. Im Hintergrund Bäume und Straße. Zudem ist das Logo von heilig.Berlin zu erkennen.

Podcast #013 Zwischen Freiheit und Verantwortung

Wir reden über das Spannungsfeld von selbstbestimmter Sexualität, freien Entscheidungen über den eigenen Köprer und Verantwortung für einen heranwachsenden Menschen. Mit der Diskussion über den Artikel 219 a des Grundgesetztes (“Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft”) wird auch über Schwangerschaftsabbruch im Allgemeinen öffentlich diskutiert.

Wir sehen in dem Thema eine vielzahl an beachtenswerten Perspektiven. Eine Positionsfindung scheint da nicht einfach zu sein. Es gibt ganz verschiedene Werte die in der Diskussion aufeinandertreffen. Wie viel Selbstbestimmung hat man? Wann ist ein Mensch ein vollständiger Mensch? Wie umgehen mit Krisensituationen, in denen eine Schwangerschaft als überfordernd erscheint? Wie geht man mit einer Vielzahl von Entscheidungsmöglichkeiten um, wenn man für sich und einen anderen Menschen Verantwortung übernehmen soll? Wir versuchen für uns die vielen Gedanken etwas zu ordnen und tasten uns im Gespräch an eigene Standpunkte heran. Wir merken aber auch, dass für uns mit dieser Folge unsere Gedanken noch nicht alle fertig gedacht und ausgegoren sind.

Bevor wir uns in dieses tiefe Thema begeben, blicken wir noch auf unsere letzten Berlinerfahrungen. Dietmar und Jana haben dem Autor und Religionswisschenschaftler Michael Blume gelauscht. Stephan durfte in Berlin-Schöneberg das “Barkett” entdecken. Eine Bar, die ihre Open Stage Veranstaltung live im Internet streamed. Dieses Stück Berliner Nachtleben kann man sich montags also überall nach Hause holen. Zudem schildert Jana Eindrücke von einer Diskussion über Feminismus und Religion, zu der das Missy Magazin eingeladen hatte.

Links

  1. Website von Michael Blume -> http://www.blume-religionswissenschaft.de/
  2. Facebookseite zum montäglichen Livestream des “Barkett” Berlin-Schöneberg -> https://www.facebook.com/barkett.berlin/
  3. “Feminismus und Religion” Diskussionsveranstaltung des Missy Magazins im Maxim Gorki Theater am 22.03.2018: https://www.youtube.com/watch?v=tdtP8s3jQ4g
  4. Zwei Artikeln haben uns besonders beschäftigt:
    1. Ein Interview in der “taz!” mit Gabriele Kees. Sie berät Schwangere in der Region Spreewald, die überlegen, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen möchten. http://www.taz.de/!5487492/
    2.  “Allein mit dem Kind im Bauch” Artikel von Johanna Haag bei “Zeit Campus” über Muriel. Sie wird unerwartet schwanger und ringt nach einer Entscheidung: https://www.zeit.de/campus/2018-01/ungewollte-schwangerschaft-schwangerschaftsabbruch-beratung-junge-mutter-protokoll

Mitwirkende

  1. Jana, Dietmar und Stephan an den Mikrofonen.
  2. Mix und Mastering: Peter Nerlich.
  3. Foto: Stephan Hartmann
  4. Musik: Wir nutzen vieles, was mit viel Hingabe programmiert und instrumentiert wurde. U.a. steckt ganz am Ende dieser Folge “Local Forecast – Elevator” von Kevin MacLeod (incompetech.com). Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/;
  5. Software: An dieser Stelle auch mal der Hinweis auf das wunderbare Tool, das uns das Podcastpublizieren so praktisch und einfach macht. Wir nutzen und lieben den “Podlove Publisher“.

 

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Dreieckiges Straßenschild mit roter Umrandung. In der Mitte Mädchen und Junge oder junge Frau und junger Mann, die nach rechts, rennen. Im Hintergrund Bäume und Straße. Zudem ist das Logo von heilig.Berlin zu erkennen.

3 thoughts to “Podcast #013 Zwischen Freiheit und Verantwortung”

  1. Zum Thema Schwangerschaftsabbruch hatte ich letztens ein spannendes Gespräch mit meiner französischen Freundin bei uns am WG-Tisch. Mit ihrer Ansicht, dass sich eine Frau durch das Bekommen eines ungeplanten Kindes ohne Absicherungen (Abschlüssen, Einkommen usw.) in ein Tabu begibt und eine Abtreibung nur fordert, ließ mich an viele Gespräche mit jungen und älteren Frauen in Frankreich denken, die sehr ähnliche Ansichten teilten. Ich erlebte es als gewisse Norm, der man entsprechen sollte. Das sieht man auch in der Prävention, denn Verhütungsmittel sind in FR besonders günstig. Es ist also vielleicht auch ein Wagnis, ein Kind zu bekommen, das vielleicht nicht immer in vollste Absicherung hineingeboren wird. Das nicht mit mehr als mit Liebe und den Bestrebungen, fürsorgliche Eltern zu werden, erwartet wird. Zumindest nicht in allen Kreisen, Ländern, Kulturkontexten (siehe polnische Frau, die sich, laut Jana, beraten ließ), Kirchen… Besonders bei diesem Thema, glaube ich, dass es in Diskussionen häufig zu zwei Lagern kommt, die sehr vehement auftreten. Genauso, wie ihr es schon sagtet, würde ich mir wünschen, dass man sich die Thematik nicht zu leicht macht und in jedem Einzelfall den Gründen, Situationen und Gefühlszustand der jeweiligen Personen nachgeht und ganz wichtig: nicht urteilt, sondern vertraut.

    …natürlich auch interessant: Was passiert, wenn christliche Frauen/Paare außerhalb der Ehe ein Kind erwarten und aus religiösen Zwängen zu dem Entschluss eines Schwangerschaftsabbruchs kommen.

    Danke für euren Beitrag!

    1. Hach, du sprichst mit der Perspektive auf Frankreich und dann dem Dilemma für Paare, die sich in religiösen Zwängen fühlen, Dinge an, über die man eigentlich noch mehr reden sollte. Als Erfolg mit dem Podcast würde ich für mich verbuchen, wenn er einen Anstoß geben würde, um mit anderen im persönlichen Umfeld ins Gespräch zu kommen.
      Als Pastor einer Gemeinde würde ich mir wünschen, dass eine Gemeinde immer so lebt, dass dort Menschen sich aufgefangen und unterstützt fühlen. Aber ich weiß auch, dass das manchmal nur ein Wunsch ist und in der Praxis nicht funktioniert. Aber diesen Anspruch habe ich an christliche Gemeinschaft. Möglicherweise bedeutet das aber, dass Kirche etwas anderes ist, als eine Institution die an einem Tag der Woche Moral verbreitet. Vielleicht ist Kirche eher wenn Menschen etwas zum Guten tun und dabei noch Raum für Gottes Wirken eröffnen.

  2. Ich finde es toll, dass ihr euch immer wieder aktuellen und auch kontroversen Themen stellt und versucht diese von vielfäligen Blickwinkeln zu beleuchten. Zum Thema Schwangerschaftsabbruch bin ich über den Blog von Mandy aus Berlin (http://www.unendlichgeliebt.de/2017/07/12/mein-geburtstag-fuer-leben/) auf das Beratungsangebot von 1000plus (https://www.1000plus.net/jahresberichte) aufmerksam geworden. Mich selbst hat es ja nicht betroffen, aber ich hatte die ausführlichen Jahresberichte mal durchgelesen und was es sonst so an Infos gibt und ich fand den Ansatz gut. So ähnlich, wie ihr es auch im Podcast gesagt habt: an sich für das Leben (und dahingehend natürlich nicht ganz neutral), aber mit einem liebevollen Blick auf die Frauen, viel Verständnis und lösungsorientiert. Vielleicht ist das ja nen ergänzenden Blick wert.

    (Der Kommentar kam via Facebook herein. Mit Erlaubnis der Absenderin von heilig.Berlin veröffentlicht)

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